Leseförderung muss begeistern

Gibt man in Wikipedia den Begriff „Leseförderung“ ein, so erscheint folgende Definition: „Unter Leseförderung versteht man in der Pädagogik alle Maßnahmen, die darauf abzielen, einer Zielgruppe, die vor allem aus Kindern und Jugendlichen besteht, nicht nur Lesefähigkeit, sondern auch Interesse und Freude am Lesen und an der Literatur zu vermitteln.“ Wer bei den Kindern Begeisterung für das Lesen wecken will, muss diese Begeisterung selbst weitergeben.

 

Leselfähigkeit nimmt ab

Leider hat die sogenannte „Lesefähigkeit“ in den letzten 20 Jahren bei den Kindern und Jugendlichen deutlich abgenommen. Einer der Hauptgründe dafür ist sicherlich der Fortschritt der digitalen Medien bzw. Spielkonsolen. Ein weitaus gewichtiger Grund ist aber, dass viele Eltern ihren Kinder das Lesen einfach nicht mehr vorleben. Das abendliche Vorlesen einer Geschichte findet nur noch selten statt.

 

Leseförderung ist wichtig

Kein Wunder, dass der Wunsch zu lesen immer weniger von den Kindern selbst kommt. Immer mehr müssen gezielte Maßnahmen zur Leseförderung eingesetzt werden. Ich selbst bin als Kinderbuchautor in vielen Volksschulen unterwegs. Dabei lasse ich mit „Abenteuerlesungen“ den Funken zu den Kindern überspringen. Die Kinder können sich während der Lesung verkleiden und mitspielen.

 

Begeisterung für das Lesen wecken

Ich erhalte auf meine Aktivitäten sehr viel unglaublich positive Feedbacks der Eltern. Die Kinder werden nachhaltig zum Lesen und zum Rollenspiel animiert. Offensichtlich spüren die Kinder meine Begeisterung für dieses Thema und nehmen das mit Haut und Haaren an und auf. Und ist es nicht genau das, was wir vermitteln müssen? Begeisterung. Wie soll sich ein Kind für das Lesen interessieren, wenn wir ihm diese Begeisterung nicht vorleben?

 

Sich aktiv mit Büchern und Kindern beschäftigen

Leseförderung darf nicht nur darin bestehen, dass man die Kinder zu unzähligen Buchvorstellung zwingt. Die Kinder müssen im Rahmen einer Leseförderung primär aufgezeigt bekommen, dass Lesen Spaß macht, aufregend ist, einem Halt geben und Antworten auf Fragen geben kann und vieles mehr. Es muss nicht immer eine Abenteuerlesung sein, aber ein Buch muss gemeinsam mit den Kindern gelesen und besprochen werden. Nur so kann Leseförderung langfristig funktionieren.



Dieser Artikel ist ursprünglich im Magazin „Lernen mit Zukunft“, Ausgabe Juni 2016, erschienen.